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Bericht eines Weltwärts-Freiwilligen

Meine ersten drei Monate mit den Kindern

Am 1. September 2013 landete ich als weltwärts-Freiwilliger um 17.50 Uhr in Togo ohne die Idee einer Vorstellung, wie das folgende Jahr verlaufen wird, wie die Welt außerhalb Europas funktioniert und was es bedeutet, mit 24 Waisenkindern zusammenzuleben.

Vielleicht sollte ich ein Buch darüber schreiben, aber zunächst versuche ich mich nur kurz auf mein Projekt und die Kinder zu beschränken.

Es ist auffällig, dass ich bisher mit voranschreitender Zeit immer glücklicher geworden bin. Neben einem anfänglich zu überwindenen Kulturschock, die Gewöhnung an andere Verhaltensweisen der Menschen, technischen Problemen, bürokratischen Unkorrektheiten und vielem mehr, was Anpassungsbereitschafft erfordert hat, liegt das vor allem auch an dem stetig wachsenden positiven Verhältnis zu den Kindern. Jedes ist toll auf seine eigene Art und Weise.

Für mich geht es neben alltäglichen Arbeiten auch darum, Projekte zu realisieren. Als ich ankam, hatte ich die Vorstellung, einen Kinderchor mit allen Waisen zu organisieren, schließlich wurde ich nicht zuletzt auch wegen meines musikalischen Interesses nach Togo entsandt. Die Realität ist eine andere. In kleinerem Rahmen singe ich des öfteren mit den jüngeren Kindern zu Gitarrenbegleitung.

Schon der schulische Druck, der hier - so scheint mir - um einiges größer als in Deutschland ist, und wohl auch daran liegt, dass man hier in einer Fremdsprache unterrichtet wird, macht es außerhalb der Ferien sehr schwer, etwas mit allen Kindern gleichzeitig zu unternehmen.Die Kinder kommen aus verschiedenen Ethnien und lernen erst in der Schule die Amtssprache Französisch.

Ich lasse mich dadurch aber nicht entmutigen. Auf musikalischer Ebene möchte ich wenigsten noch einen Waisenhaussong mit den Kindern komponieren. Außerdem habe ich gerade Mundharmonikas angeschafft und bin gespannt, ob ich die Kinder dafür begeistern kann.

Im Grunde ist jeder Tag sein eigenes neues Projekt. Immer wieder stellen sich einem neue Aufgaben und ich habe nach drei Monaten mit 24 Waisenkindern gelernt, diese immer besser zu bewältigen. Ich hoffe, ich kann in meiner verbleibenden Zeit noch einmal so viel für mich mitnehmen wie bisher und meine jetzt vielleicht realitätsnäheren Vorstellungen ( nicht nur auf musikalischer Basis) weiter verwirklichen. Der Ehrgeiz sollte, denke ich, nicht nur im Realisieren eines Projektes liegen, sondern auch darin Spass mit den Kindern zu haben, ihnen neue Perspektiven und Zukunft zu bieten. Und das funktioniert gut im Kinderhaus Frieda.

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