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Wertschöpfungsketten

Wertschöpfungsketten
Um wirkungsvoll Armut zu bekämpfen, müssen in der Savanne Arbeitsplätze geschaffen werden. Subsistenzwirtschaft und Handel sind bisher vor allem die Stichworte, die die Arbeitswelt in der Savanne bestimmen. Da die Kaufkraft in der Region gering ist, schaffen es nur sehr wenige aus dem Teufelskreis der Armut zu kommen. Neben den Dorf- und Stadtmärkten ist die internationale Fernstraße vom Hafen in Lomé nach Burkina Faso ein wichtiger Handelsplatz. Hier werden aber in der Regel nur Rohprodukte zu geringen Preisen verkauft. In der Savanne gibt es fast keine Unternehmen, die Rohprodukte verarbeiten. Verarbeitung schafft Arbeitsplätze und Wertschöpfung und kann bessere Löhne zahlen.
IT Village hat ein positives Beispiel geschaffen. 2010 wurde das Projekt „Honig der Savanne“ gestartet. Imkerei ist in der Savanne traditionell bekannt. Für Imkerei gibt es in der Savanne hervorragende Voraussetzungen. Dazu kommt, dass die Haupterntezeit für Honig in den Monaten Februar und März ist. In diesen Monaten ist es sehr heiß und trocken. Viele Menschen in den Dörfern haben in diesen Monaten keine Einkommensmöglichkeiten. Kinder kommen hungrig in die Schule. Durch die Imkerei kann in diesen Monaten Einkommen erzielt werden.


Über das WELTWÄRTS-Programm der Bundesregierung konnte ein junger Imker gewonnen werden, der beim Aufbau einer professionellen Imkerei half. DAZ finanzierte Verarbeitungs- und Verpackungsmaschinen und Behälter. Inzwischen sind 2.000 Imker in 100 Genossenschaften am Projekt beteiligt. IT Village kauft zu festen Preisen Honigwaben auf. Sie werden von IT Village zentral verarbeitet und vermarktet. Ein Imker zeigte uns stolz eine Kuh, die er von seinen Honigeinnahmen kaufen konnte. Bis zu 20 t Honig wurden in einem Jahr geerntet. 2010 waren es nur 300 kg Honig, 2011 schon fast 7 t Honig, 2012 20 t. 2013 wurde der Aufkauf gedrosselt. 15 t Honig kamen trotzdem zusammen. Die Menge musste zunächst gedrosselt werden, weil die Vermarktung dieser Mengen nicht gelang. Inzwischen kann aller Honig in Togo vermarktet werden. Werbespots, Anzeigen und Beteiligung an Messen haben dazu geführt, dass Honig in Togo bekannt gemacht wurde.

Grundsätzlich gibt es dabei noch einen sehr positiven Nebeneffekt. Durch Ausweiten der Bienenhaltung und dem damit erhöhten Bestand an Völkern ist eine qualitativ und quantitativ bessere Bestäubung von Feldfrüchten und damit mit höhere Ernteerträge gegeben, ohne auf Ressourcen wie Ausweitung und urbar machen von Flächen, zusätzliche Düngung, ertragreichere aber auch anfälligere Pflanzensorten und anderes mehr zurück zu greifen. Dies ist ein in der Landwirtschaft einzigartiger Effekt, dass die Bienenhaltung Ressourcen schafft.
Es sind aber leider auch negative Effekte zu befürchten, bzw. sollten diese unbedingt berücksichtigt werden. Ein reiner Ankauf von Waben kann dazu führen, dass vermehrt Bienenvölker „bejagt“ werden, es wird ihnen der Honig entnommen. Leider ist es dabei oft so, dass die Völker dies nicht überleben. Diese nicht unübliche Honigjagd funktioniert so lange, wie die natürlichen Bestände von Honigbienen diese Lücken wieder schließen können. Findet aber eine zu intensive Jagd statt, ist es wie bei vielen anderen Tierbeständen auch, sie schwinden. Dazu kommt oft noch, dass sich Populationen aufgrund von Umwelteinflüssen nicht schnell und nachhaltig wieder aufbauen können. Darum sollen im BONITA-Haus Imker ausgebildet werden, damit nachhaltige Bienenhaltung in der Savanne betrieben wird.
Ziel von IT Village ist es, weitere Wertschöpfungsketten aufzubauen. Vorbereitet wird die Verarbeitung von Früchten des Karitébaumes, aus denen Sheabutter gewonnen werden kann. Sheabutter ist Bestandteil vieler Kosmetikprodukte. Mit diesen Beispielen soll gezeigt werden, wie man in der Savanne Geld verdienen kann. Diese Beispiele sollen möglichst Nachahmer finden. In der Ausbildung des BONITA-Hauses werden junge Menschen auf diese Arbeit vorbereitet.

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