Schulförderung - ohne Schule geht es nicht

Schulförderung -Ohne Schule geht es nicht!

Seit 2007 fördert DAZ fünf Grundschulen in fünf Dörfern der Savanne. Damals gingen viele Kinder nicht zur Schule. Es musste Schulgeld gezahlt werden. Dafür und für Schulmaterial hatten viele Familien kein Geld. Dass für Mädchen der Schulbesuch wichtig ist, dafür hatten viele Väter kein Verständnis. Nur sehr wenige Mädchen erreichten den Schulabschluss. Auch die staatlichen Rahmenbedingungenwaren völlig unzureichend. Eine Grundschule hat in Togo sechs Klassenstufen. Der Staat stellt bis heute in diesen Dörfern in der Regel nur drei Klassenräume zur Verfügung und bezahlt auch nur 3, maximal 4 Lehrer. Das Schulgeld wurde kurze Zeit später gestrichen. Das Schulmaterial können bis heute nicht alle Familien bezahlen.

Damals trafen wir zufällig einen Schüler, der auf dem Kopf Bücher trug. Es waren gerade Sommerferien. Wir waren neugierig und fragten ihn, was für Bücher er da auf dem Kopf hat. Er erzählte, dass er aus einer Bibliothek in Dapaong (15 km entfernt von dem Dorf) Schulbücher ausgeliehen hat und sie abschreiben will. Er erzählte dann weiter, dass nur sehr wenige Schüler und Lehrer Schulbücher haben. In einer Schule stellten wir dann fest, kamen auf 100 Schüler ein Schulbuch.

Zunächst finanzierten wir für 113 Schülerinnen und Schüler aus armen Familien Schulmaterial und Schulkleidung. Heute finanzieren wir es für 400. Wir richteten in allen fünf Schulen Bibliotheken ein, in den kostenlos Schul- und Kinderbücher ausgeliehen werden können. Wir zahlen heute für 20 zusätzliche Lehrer das Gehalt. Da diese Lehrer nur angelernt sind, finanzieren wir für die Weiterbildungskurse. Wir haben inzwischen drei neue Schulgebäude mit je 3 Klassenräumen und einem Lehrerzimmer bauen lassen. Architekt dieser Gebäude ist aus dem Nachbarland Burkina Faso stammende Diébèdo Francis Kéré, siehe www.fuergando.de. Die Gebäude sind mit Solarstrom ausgestattet. Das ist das erste elektrische Licht in diesen Dörfern. In drei Schulen wird in den letzten Monaten der Trockenzeit Schulspeisung angeboten. In dieser Zeit kamen viele Schülerinnen und Schüler hungrig zur Schule. Unser Partnerverein hat in allen Dörfern Aktionen durchgeführt unter dem Losung „Mädchen in die Schule!“

Was haben wir erreicht? In vier Schulen, die wir seit 2007 kontinuierlich gefördert haben, hat sich die Zahl der Schülerinnen von 275 auf 753 und die Zahl der Schüler von 486 auf 874 erhöht. Auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den 6. Klasse hat sich um 359% erhöht, bei den Mädchen von 12 auf 115 und den Jungen von 54 auf 122.

Ab 2017 wollen wir unser Schulförderprojekt auf weitere Schulen ausweiten. 2017 sollen in dem Dorf Kpayendiga am Oti-Fluss ein neues Schulgebäude gebaut und ein Trinkwasserbrunnen gebohrt werden. Die Grundschule hat bisher zwei Klassen in einem schmucklosen kleinen Lehmbau und zwei Klassen unter einem Hirse-/Maisdach unter freiem Himmel. Die Schülerinnen und Schüler hatten zum Teil keine Schulbänke, sondern sie saßen auf einfachen Holzstangen. Weihnachten 2015 hatten wir zu Spenden für die Herstellung von Schulbänken aufgerufen. In der Tischlerei von IT Village wurden Schulbänke mit Tischen hergestellt, so dass alle Schülerinnen und Schüler gute Schulbänke haben.

Ohne Schule geht es heute nicht. Schulbildung ist ein wichtiger Baustein beim Kampf gegen die Armut.

 

 

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